Digitalisierung

Mit  dem  Prozess  der  Digitalisierung  geht  auch  eine  Umstrukturierung  der  Arbeitswelt  einher. Die Digitalisierung als gesellschaftlicher Wandlungsprozess hat in unterschiedlicher Hinsicht das Potenzial, positiv auf die partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit sowie eine gelingende Vereinbarkeit zu wirken. Eine geschlechtergerechte Digitalisierung ist allerdings in erster Linie eine strukturelle Herausforderung.

Chancen sehen

Digitalisierung kann insbesondere für jene Menschen eine Chance auf Teilhabe am Arbeitsmarkt sein, die bisher zum Beispiel aufgrund von Fürsorgeaufgaben diesbezüglich benachteiligt waren. Je nachdem wie Prozesse in Unternehmen gestaltet werden, kann Digitalisierung jedoch auch Risiken für Vereinbarkeit und Partnerschaftlichkeit hervorbringen. Es ist eine Frage der Unternehmenskultur, ob technischer Fortschritt genutzt wird, um mitarbeitendenfreundliche Maßnahmen und Angebote zu ermöglichen, oder ob Digitalisierung vorrangig der Produktivitätssteigerung und Gewinnmaximierung dienen soll.

Risiken ansprechen

Wenn Digitalisierung ohne die Berücksichtigung der Gleichstellung von Frauen und Männern gestaltet wird, besteht zudem das Risiko, dass bereits existierende Geschlechterungleichheiten in Wirtschaft und Gesellschaft unter „neuen Vorzeichen“ fortgeschrieben werden. Gelten zum Beispiel Wohnung oder Haus als „weibliche Sphären“, dann werden auch partnerschaftliche Aushandlungen eine „klassische“ Aufteilung von Heim-und Sorgearbeit reproduzieren.

Das LZGV wird den Kontext Digitalisierung als einen ergänzenden, zu berücksichtigenden Aspekt bei der Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit sowie als Vereinbarkeitsmaßnahme durch Thematisierung z.B. in Bezug auf Unternehmenskultur, Arbeitszeitorganisation und Bewerbendenansprache an Multiplikator:innen durch Vorträge, Workshops und andere Formate transportieren.


Digitalisierung als Querschnittsziel

Im Themenschwerpunkt Gleichstellung von Frauen und Männern im ESF spielt Digitalisierung ebenfalls eine Rolle, da verschiedene Konzepte und Förderinstrumente des Landes in diesem Bereich ausgestaltet wurden und werden. Das LZGV ist bestrebt, auch an dieser Stelle seine Fachexpertise zur Gleichstellung einzubringen, um eine gendersensible Ausgestaltung der entsprechenden Instrumente zu unterstützen.