Neue Studie zu Alterung und Arbeitsmarkt veröffentlicht

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB): Auswirkungen weniger dramatisch als vielfach befürchtet.

Als „Babyboomer“ werden Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen der 1950er und 1960er Jahre bezeichnet. Diese Generation beginnt gegenwärtig aus Altersgründen aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. In den nächsten beiden Jahrzehnten werden in Deutschland insgesamt über 20 Millionen Menschen das Ruhestandsalter erreichen. Im selben Zeitraum werden nur etwa 14 Millionen Menschen das erwerbsfähige Alter erreichen. Hierdurch ist ein deutlicher Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu erwarten, der auch durch Zuwanderung nicht verhindert werden kann.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat auf Basis aktuellster Zahlen zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung untersucht, welche Konsequenzen der Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter für das Arbeitsangebot in Deutschland haben wird.

Die wichtigsten Ergebnisse der neuen BiB-Analyse:

Die Vorausberechnungen zeigen: Die Auswirkungen für das Arbeitsangebot bis 2030 sind weniger dramatisch als oft befürchtet. Klar ist: Die in den Ruhestand eintretenden Babyboomer hinterlassen eine Lücke bei den geleisteten Arbeitsstunden. Ein Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit und ein weiterer Anstieg der Erwerbstätigkeit älterer Personen können diese Lücke nahezu schließen.

Stellschraube Bildung: Die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte wirkt negativen Folgen der Alterung entgegen. Bis 2030 werden die Arbeitsstunden pro Woche von Menschen mit hoher Bildung in allen berechneten Szenarien ansteigen. Rückgänge der geleisteten Arbeitsstunden konzentrieren sich auf Personen mit mittlerer und niedriger Bildung.

Der in den letzten Jahrzehnten beobachtete starke Alterungsprozess am Arbeitsmarkt ist weitgehend abgeschlossen. Das Durchschnittsalter pro Arbeitsstunde wird auf Basis der Vorausberechnungen von heute 44,1 Jahre bis 2030 auf maximal 45,2 Jahre ansteigen.

Mehr Informationen und die Studie finden Sie hier.

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Pressemitteilung vom 26.09.2019