Ministerin Drese fordert auf Fachtag Gleichstellung fairere Aufteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit

Erfolgreicher 2. Fachtag Gleichstellung von Frauen und Männern an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Güstrow

„Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Care-Arbeit ist kein Frauenthema, sondern ein bedeutendes gesamtgesellschaftliches Thema.“ Gleichstellungsministerin Stefanie Drese hat am Mittwoch, den 25.9.21, auf dem 2. Fachtag Gleichstellung von Frauen und Männern an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Güstrow mehr Gleichberechtigung in Familie und Beruf angemahnt.

In der Realität werde die Vereinbarkeitsfrage oft noch allein auf Frauen abgewälzt, sagte Drese. So seien es nach wie vor weit überwiegend Frauen, die die Hauptlast bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen tragen und deshalb beruflich kürzertreten müssen.

„Genau deshalb brauchen wir ein Umdenken auf allen Ebenen“, verdeutlichte die Ministerin. „Frauen und Männer, Unternehmen und Sozialpartner müssen hierfür gemeinsam Lösungen erarbeiten, damit Frauen und Männer die Möglichkeiten haben, Entscheidungen für ihre Lebensplanung frei von Geschlechterstereotypen zu treffen.“

Die Politik müsse die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Drese: „Das bedeutet, wir brauchen die weitere Ausgestaltung der Arbeitszeitflexibilisierung, wie etwa Home-Office. Das ist eine Chance für mehr Gleichberechtigung, wenn klare Regeln vereinbart sind.“

„Wir müssen zudem die einkommenssteuerlichen Anreize wie das Ehegattensplitting abbauen, die eine traditionelle Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern fördern. Und wir müssen die stärkere Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter fördern. Da ist noch deutlich Luft nach oben, vor allem in der Dauer der Elternzeit, die Väter im Durchschnitt nehmen“ sagte Drese.

Die Ministerin berichtete auf dem Fachtag über entsprechende Beschlüsse auf der diesjährigen Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister der Länder (GFMK). Mecklenburg-Vorpommern ist in diesem Jahr GFMK-Vorsitzland und hat die partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit mit einem Leitantrag zum Schwerpunktthema gemacht.

Drese: „Die einstimmige Unterstützung auf der GFMK ist gut. Jetzt müssen unsere gleichstellungspolitischen Forderungen aber auch im nächsten Koalitionsvertrag verankert werden.“

Quelle: Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung, Pressemitteilung Nr. 171 vom 25.08.2021