Partnerschaftliche Vereinbarkeitsverhandlungen im familiären sowie betrieblichen Kontext

Vereinbarkeit ist kein Frauenthema, sondern eine Herausforderung für beide Geschlechter und auch für Menschen ohne Sorgeverantwortung für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Partnerschaftliche Vereinbarkeitsverhandlungen sind dabei die Grundlage der innerfamilären Arbeitsverteilung zwischen Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit. Nur so kann das Ziel einer egalitären Aufteilung der Familien- und Hausarbeit der sogenannten Care-Arbeit erreicht werden.

Führungskräfte spielen ebenfalls eine zentrale Rolle bei der tatsächlichen Umsetzung von Vereinbarkeitsbedingungen. Aushandlungsprozesse finden auch in Unternehmen statt und prägen den Familienalltag. Partnerschaftliche Vereinbarkeitslösungen wie die Arbeits(zeit)organisation oder auch die Unternehmenskommunikation sind entscheidende Stellschrauben.

Ein Teil des betrieblichen Kontextes stellt die individuelle Prozessbegleitung von einzelnen Unternehmen dar. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung begleitet das Landeszentrum den Umsetzungsprozess vereinbarkeitsfreundlicher Maßnahmen sowie die Evaluation betrieblicher Angebote.

Nötig ist aus unserer Sicht eine Kommunikatiosoffensive, welche sowohl auf individueller als auch struktureller und betrieblicher Ebene partnerschaftlichen Aushandlungsprozesse thematisiert, Rollenvorbilder und praktikable Partnerschaftsmodelle aufzeigt und diskutiert sowie Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen geschlechtersensibel aufbereitet und verbreitet.