Rollenstereotype

Sobald

lassen sich Menschen von Geschlechter- und Rollenstereotypen leiten. Dies geschieht zumeist unbewusst, denn Vorstellungen über Anzahl, Möglichkeiten und Fähigkeiten der Geschlechter lernen wir nebenbei. Bedauerlich dabei ist, dass wir in diesen Situationen die Interessen, Begabungen und Bedürfnisse der Personen, mit denen wir gerade im Kontakt sind, aus dem Blick verlieren.

Die Folgen sind u.a.:

Rollenstereotypes Lernen geschieht von klein auf in unterschiedlichsten Variationen – oft schon in der Familie, mannigfaltig im Kindergarten und in der Schule, aber auch in der Peer-Group, im Ausbildungsbetrieb, an der Universität, am eigenen Arbeitsplatz und schließlich in der eigenen Partnerschaft. Gibt es keine Reflexion über Geschlechterhierarchien sowie über geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Auswirkungen wird dieser Kreislauf stets von neuem aktiviert.

INFORMIEREN UND DISKUTIEREN

In Veranstaltungen und Beiträgen informiert und diskutiert das LZGV über geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Auswirkungen, über Rollenvorbilder und Partnerschaftsmodelle.
Gesellschaftliche Akteur:innen, die ein Umdenken in Unternehmen, Familien und Verwaltung voranbringen können (z. B. Wirtschaftsverbände, Kammern, Familienzentren, Gewerkschaften, Gleichstellungsbeauftragte), sollen noch stärker die Vorteile vermittelt werden, die in der Erweiterung des Handlungsspektrums junger Menschen liegen, z. B. bei der Berufswahl oder der Übernahme von mehr Familienverantwortung durch Männer.

Dies erfolgt zielgruppenorientiert u. a. auf Basis und mit folgenden LZGV-Materialien:


WISSEN ZUR ELTERNZEITNAHME IN M-V VERTIEFEN
 
Den Ausgangspunkt der qualitativen Untersuchung bilden die Ergebnisse der Studien  „Väter in Elternzeit in Mecklenburg-Vorpommern“ (2017) und „Apropos Partnerschaft – Einflussfaktoren auf die Elternzeitnahme in Mecklenburg-Vorpommern“ (2021). Mit Blick auf die im Rahmen der beiden Studien erzielten Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse bietet eine qualitative Untersuchung zu den Motiven der Elternzeitnahme in zweierlei Hinsicht einen Zugewinn.
Einerseits können mit Hilfe qualitativer Interviews Gründe, die die Elternzeitnahme von Müttern und Vätern beeinflussen, vertiefend untersucht und konkrete Mechanismen im Prozess der Entscheidungsfindung identifiziert werden. In diesem Zusammenhang dienen die zu erhebenden Interviews sowohl dazu, inhaltliche Spielräume, die die beiden bisher durchgeführten Studien offen gelassen haben, zu schließen als auch dazu, weiterführende Fragestellungen zu beantworten. Bisher offen bleibt etwa was genau betriebliche Gründe sind, die die Elternzeitnahme von Müttern und Vätern in Mecklenburg-Vorpommern beeinflussen. Diese betrieblichen Gründe können beispielsweise in der Angst vor Sanktionen durch Arbeitgeber*innnen und der Stigmatisierung durch Kolleg*innen liegen oder auch in gelungenen Vereinbarkeitssmaßnahmen von Unternehmen. Ein tiefgreiferendes Verständnis, das diese inhaltlichen Spielräume schließt, bietet nicht nur die Möglichkeit eines umfassenderen Erkenntnisgewinns zur Elternzeitnahme von Müttern und Vätern, sondern trägt dazu bei noch klarer Ansatzpunkte zu identifizieren und Handlungsempfehlungen herauszuarbeiten.

Eine weitere Grenze der beiden angefertigten Studien liegt darin, dass die Erhebungen als Querschnitt angelegt waren, d.h. die erzielten Ergebnisse beziehen sich jeweils auf einen Zeitpunkt. Dadurch konnten zwar Prozess-Ergebnisse in Form getroffener Entscheidungen (Elternzeit ja/nein bzw. Dauer) sowie mögliche Gründe für die getroffenen Entscheidungen abgebildet werden, die diesen Entscheidungen zugrundeliegenden Prozesse selbst jedoch nicht. Im Spannungsfeld subjektiver Vorstellungen zur und Werthaltungen gegenüber der Elternzeitnahme einerseits und strukturellen Bedingungen andererseits, handeln Mütter und Väter die Aufteilung der Elternzeitnahme aus.

Aus diesem Spannungsfeld resultieren Handlungsmöglichkeiten und -grenzen in deren Zentrum u.a. folgende Fragen stehen können: Welchen Rollenstereotypen sind Mütter und Väter ggf. am Arbeitsplatz ausgesetzt? Sind Vorstellungen, die Paare zur Elternzeitnahme haben, ökonomisch tatsächlich darstellbar und durch gesetzliche Rahmenbedingungen zur Elternzeitnahme  abgedeckt. Wie und welche Kompromisse finden Paare falls dies nicht der Fall ist? Um diese Fragen zu beantworten bedarf es einer verzeitlichten Analyse, die einen Zugang zu Aushandlungsprozessen eröffnet. Zugänglich werden diese Aushandlungsprozesse mit Hilfe eines rekonstruktiven Verfahrens. Um sich der Frage zu nähern, wie Orientierungen zur und Werthaltungen gegenüber der Elternzeitnahme bei Müttern und Vätern entstehen und (re-)produziert werden, werden im Zuge der Interviews zudem Informationen zur Rolle persönliche Beziehungsnetzwerke erhoben.


ANGEBOTE FÜR (WERDENDE) VÄTER IN M-V

Gibt es Angebote für (werdende) Väter im Land, die sich informieren möchten, was man bei Neugeborenen alles beachten muss? Was kann ich als Vater mit meinen Kindern unternehmen, um gezielt eine enge Bindung zu fördern, Fragen der Pubertät zu erörtern, Herausforderungen zu meistern? Wo kann „Vater“ sich mit Gleichgesinnten austauschen? Darüber hinaus erfahren, wie die Sorgearbeit gleichberechtigt aufgeteilt werden kann? Wie erreichen Angebote verschiedener familiennaher Institutionen die Väter?
Unsere Online-Väter-Umfrage "MV Dad‘s" hat ergeben, dass gezielte Angebote für (werdende) Väter oftmals nicht wahrgenommen werden. Dabei gibt es durchaus Institutionen, die gezielt Angebote für Väter initialisiert haben und Angebote vorhalten. Die  Erfahrungen waren unterschiedlich.

Unser Ziel ist es, im Austausch mit Trägern der Familienbildung bzw. familiennahen Strukturen Erfahrungswerte abzuholen, Formate und notwendige Voraussetzungen für Väter-Angebote zu eruieren, um daraus ein allgemein gültiges, übertragbares Konzept für die Ausgestaltung dieser Angebote für Träger im Land zu fertigen. Das heißt konkret, wir erfragen, wie und was gut funktioniert. Unter anderem z.B. „Was muss man beachten, um die Zielgruppe zu erreichen? Gelten besondere zeitliche oder regionale Besonderheiten? Wo werden die Angebote publiziert?“ und vieles mehr. Darauf aufbauend, werden wir eine Konzeption für M-V fertigen, die allen Interessierten zur Verfügung gestellt wird.