Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben in M-V 2014/15

 

 Das Papier zum Download:

 

Informationen zur Untersuchung

Das vorliegende Papier beinhaltet die Auswertung einer Online-Befragung sowie die Ergebnisse von 15 Interviews mit Fachleuten bzw. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine nichtrepräsentative Befragung, die einen Einblick in die Problemlagen der Beschäftigten in M-V und in mögliche Lösungsansätze bietet.

An der Online-Befragung im Nov./ Dez. 2014 nahmen 347 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Personen aus M-V teil. Da nicht alle Personen Angaben zum Geschlecht gemacht haben, beträgt die Gesamtheit nach Geschlecht nur 319 Personen – 234 Frauen (73,4%) und 85 Männer (26,6%).

Die Teilnehmenden kamen vor allem aus den Branchen Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (39%), Gesundheits- Veterinär- und Sozialwesen (15,6%), Dienstleistungen (13,9%), Erziehung und Unterricht (13%) und Sonstiges (13%).

Der Großteil der Teilnehmenden hatte einen Arbeitsweg unter 50 km (90,2%). Beschäftigte mit einem längeren Arbeitsweg gaben in deutlich geringerem Umfang an, Vereinbarkeitsangebote von ihren Ar-beitgebenden zu erhalten, als Beschäftigte mit kürzeren Arbeitswegen. Über 78% der Teilnehmenden hatten Mitsprachemöglichkeiten bei der Urlaubsplanung. 67% konnten ihre Arbeitszeiten, mehr als 58% ihre Pausen flexibel gestalten. Weniger verbreitet waren Möglichkeiten der Selbstorganisation (38,9%), Gesundheitsangebote durch den Betrieb (34,6%) oder punktuelles Arbeiten von zu Hause aus (23,6%). Sehr wenig gebräuchlich war zum Zeitpunkt der Befragung die Telearbeit (7,8%).

Beide Geschlechter sahen Vereinbarkeitsschwierigkeiten vor allem bei den Öffnungszeiten von Arzt-praxen und Behörden (Frauen: 53,4%; Männer: 51,8%). Bei Frauen folgten Aufgaben im Haushalt (32,1%) und die Fahrzeiten des ÖPNV (22,6%). Die Plätze zwei und drei bei den Männern belegten die Fahrzeiten des ÖPNV (28,2%) sowie die Öffnungszeiten von Kitas und Tagespflegepersonen (25,9%).

Die Lösungsideen der Teilnehmenden für ihre Vereinbarkeitsprobleme gingen in Richtung Flexibili-sierung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Oft zeigte sich der Wunsch nach Verringerung, nur selten nach Verlängerung der Arbeitszeit.

Die Interviews mit den Fachleuten, Multiplikatoren und Multiplikatorinnen zeigten, dass Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben bei vielen mittlerweile ein Thema ist, teilweise nur unter einem oder zwei Aspekten (z.B. Kinderbetreuung, Pflege), zunehmend allerdings auch breiter (Ehrenamt, Weiterbildung; Gesunderhaltung).

Aus den Erkenntnissen der Befragung, der Interviews und den Erfahrungen der eigenen Arbeit hat das Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit in M-V Handlungsempfehlungen für künftige Aktivitäten zur Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben erarbeitet: