Kommunale Zeitpolitik

Jede und jeder Einzelne von uns ist heutzutage in Systeme eingebunden, deren zeitliche Bedingungen wir als Individuen kaum mitbestimmen können und die wenig aufeinander abgestimmt sind. Lokale Zeitsysteme bzw. Taktgeber im Alltag wie Schulen, Kindertagesstätten, Unternehmen, Ämter, Arztpraxen, ÖPNV oder auch Vereine haben Angebote, teils sogar Vorgaben, an denen sich insbesondere Familien ausrichten (müssen), ganz gleich ob oder inwiefern sie ihren eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen.

Unterschiedlichste Aspekte der Zeit in einer Kommune zu thematisieren, wie z. B. die eben beschriebenen Zeitkonflikte und ihre Auswirkungen und auf dieser Grundlage gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu erarbeiten, das ist das Ziel des Konzeptes „kommunale Zeitpolitik“.

Das Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit in M-V hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Idee einer bedarfsgerechten kommunalen Zeitpolitik in M-V zu verbreiten. Denn Zeitpolitik kann helfen Mütter, Väter, pflegende Angehörige aber auch ehrenamtlich Tätige bei der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben zu unterstützen. Dabei stehen Schulungen zur aktiven Gestaltung von Zeitpolitik für kommunale Akteurinnen und Akteure in Politik und  Verwaltung im Vordergrund.

Auf der Grundlage eines bereits bestehenden Leitfadens für kommunale Zeitpolitik sollen in den Schulungen Handlungsoptionen auf kommunaler Ebene erarbeitet werden. Am Beispiel des Amtes Recknitz-Trebeltal werden darüber hinaus zeitpolitische Prozesse im Zusammenspiel mehrerer Kommunen analysiert und für Interessierte in anderen Regionen in einem erweiterten Leitfaden aufbereitet. Zum Dritten werden in Kooperation u. a. mit der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik Praxisbeispiele für Zeitpolitik in M-V gesammelt und kommunalen Akteuren und Akteurinnen zur Verfügung gestellt.