Reduktion und partnerschaftliche Aufteilung unbezahlter Sorgearbeit erhöhen Erwerbsbeteiligung von Frauen

In Deutschland ist es noch ein weiter Weg zu einer partnerschaftlichen Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen. Der DIW Wochenbericht untersucht, welche Rolle der Umfang und die Aufteilung von Sorgearbeit innerhalb von Paaren für die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern spielt.

Um eine egalitärere Verteilung der Sorge- und Erwerbsarbeit zu erreichen, muss ihr genauer Zusammenhang verstanden werden. Nur so können Politikmaßnahmen gestaltet werden, die sich positiv sowohl auf die Aufteilung unbezahlter Sorgearbeit als auch die Arbeitsmarktbeteiligung auswirken.

In diesem Bericht wird untersucht, welche Rolle der Umfang der innerhalb eines Haushalts geleisteten unbezahlten Sorgearbeit und deren Aufteilung innerhalb von Paaren für die Erwerbsbeteiligung beider Partner spielen. Basierend auf Paneldaten und ökonometrischen Modellen wird identifiziert, welchen Einfluss unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit auf die Arbeitsmarktpartizipation und den Stundenumfang von Männern und Frauen hat.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Egalitärere Verteilung der Sorgearbeit in Paarhaushalten erhöht Erwerbsumfang von Frauen stärker, als sie den von Männern verringert – Hausarbeit schränkt Erwerbsbeteiligung stärker ein als Betreuungsaufgaben – Ausbau der Ganztagsbetreuung, Reform des Elterngeldes und Subventionierung von haushaltsnahen Dienstleistungen empfohlen.

Der DIW Wochenbericht Nr. 9/2022 unter https://www.klischee-frei.de/de/klischeefrei_83589.php/publication/detail/2388

 

Quelle: Newsletter Klischeefrei, Ausgabe 3, vom 24.3.22